Viele von euch kennen wohl den ‘kostenlosen’ TV-Aufnahme-Dienst OnlineTVRecoder. Damit dieser Dienst zumindest nicht illegal ist, werden die Aufnahmen in einem eignen Format verschlüsselt, um sicherzustellen, dass nur derjenige die Aufnahme dekodieren kann, der sie auch „in Auftrag gegeben hat“.
Der offizielle Linux-Dekoder besteht aus einer Binärdatei, die man über die Konsole bedienen kann, und einem scheinbar auf die Schnelle zusammengewürfelten PyGTK-Frontend. Daneben gibt es diverse inoffizielle Shell-Skripte zum Schneiden und das auf GTK basierende Tool „OTR-Verwaltung“, mit dem man nicht nur Dekodieren, sondern die Dateien auch verwalten kann, Schneiden, cutlists erstellen und hochladen, etc., etc.
Solche mächtigen Tools sind zwar schön und gut, aber lohnen sich für mich nicht wirklich, da ich OTR hauptsächlich für ein paar Serien nutze, die nach dem Anschauen gleich wieder ins Nirvana verschwinden. Bleibt also nur der kleine Linux-Dekoder, um mal schnell eine Aufnahme zu dekodieren. Allerdings stört es mich unter KDE zunehmend. Neben der Tatsache, dass GTK-Programme unter einer KDE-Oberfläche trotz diverser Einstellungen schrecklich aussehen, braucht das Programm doch ziemlich lange, bis es bereit ist.
Lange Rede, kurzer Sinn: Entstanden ist ein kleines Frontend für den Dekoder, geschrieben in C++ und Qt. Gleich vorneweg: Es ist weder offiziell, noch hat es in anderer Weise etwas mit OTR zu tun, außer natürlich, dass es deren Dekoder zum Dekodieren benutzt.
Im Moment handelt es sich noch um keine fertige Version. Es werden zwar alle gängigen Features des Dekoders unterstützt, es könnten aber noch Fehler im Programm schlummern. Auch ist es bisher nur auf Englisch. Der Quelltext steht unter der GPLv3, dass heißt, ihr könnt unter deren Auflagen den Quelltext benutzen, wenn ihr wollt. Wahrscheinlich will das aber keiner
Es gibt keine fertigen Pakete, da ich damit noch kaum Erfahrungen habe und der Dekoder meistens eh irgendwo auf dem Desktop oder im Heimatverzeichnis liegt. Ein Paket wäre daher noch übertriebener Aufwand. Das Kompilieren ist allerdings auch nicht tragisch:
Zunächst muss man, wenn nicht schon getan, die Pakete libqt4-dev und g++ installieren. Vieles davon kann man ggf. nach dem Kompilieren wieder entfernen. Wichtig ist nur, dass man zum Ausführen noch das Paket libqt4-gui installiert hat. Danach in einem Terminal zum Quellen-Ordner wechseln und qmake && make ausführen. Die entstandene Binärdatei „QTRdec“ kopiert man sich in das Verzeichnis des Dekoders und schon kann man frohlockend dekodieren. Nützlich ist es auch sicherlich, die Readme-Datei zu lesen.
Der Quelltext kann hier heruntergeladen werden: http://code.google.com/p/qtrdec/downloads/list
Ich freue mich auf eventuelle Rückmeldungen dazu und hoffe, dass es ein paar Leuten evtl. nutzt.