Endlich hat Broadcom den Schritt gemacht und seine internen bzw. für Hardware-Hersteller gedachten Wlan-Treiber für Linux der Öffentlichkeit vorgestellt – zwar leider nur in binärer Form aber dafür immerhin für x86 und x86_64 Systeme.
Wie ich bereits vor ein paar Tagen geschrieben hatte, befindet sich der Treiber allerdings schon seit Monaten in den Quellen von Intrepid und auch in den proposed-Quellen von Hardy. Das haben wir wohl der Firma Dell zu verdanken, die teilweise auch Ubuntu auf ihre Produkte aufspielt.
Warum kommt also Broadcom erst jetzt mit den Treibern heraus? Da fallen mir eigentlich nur zwei Gründe ein: Entweder wollten sie sicher gehen, dass ihre Treiber stabil laufen, was allerdings sehr unwahrscheinlich ist, wenn sie die Treiber schon länger an Hardware-Hersteller verteilen, oder, was mir plausibler erscheint, Broadcom wollte nicht, dass Dell die Lorbeeren für die Bereitstellung von Treibern für die Broadcom Produkte erntet und hat auf den letzten Drücker noch schnell eine Pressemeldung rausgehauen.
Sei’s drum, nun laufen die Wlan-Chips endlich ohne ndiswrapper und evtl. helfen selbige auch den Reverse Engineers bei ihren Arbeiten an einem quelloffenen Treiber.
Ein kleiner Zusatz sei noch für diejenigen die den Treiber benutzen wollen angebracht:
Bevor der Treiber läuft müssen nicht nur die Module ssb b43 und b43legacy geblacklistet werden, sondern auch folgender Befehl ausgeführt werden, da sonst das ssb Modul trotzdem geladen wird:
sudo update-initramfs -u
Weiterführende Links: LP #263184, #227158; Pro-Linux