!Ubuntu und wieder zurück
Verfasst von triggeredupdates am November 6, 2008
Nachdem ich die neueste Ubuntu-Version 8.10 „Intrepid Ibex“ seit der Beta-Phase getestet und einige Bugs reportet habe, auf die kein Ubuntu-Entwickler ein Auge geworfen zu haben scheint, war ich zunächst sehr entäuscht von der Richtung in die sich Ubuntu entwickelt: Überlange Pausen während dem Boot – unzählige Dienste, die gestartet werden, welche augenscheinlich keiner brauch.
Also habe ich mich mal wieder in der Welt der Distributionen umgesehen – Und bin bei Ubunu 8.10 „Intrepid Ibex“ gelandet. Echt klasse, was die aus der Distribution gemacht haben: Geräte werden automatisch erkannt, ggf. prop. Treiber angeboten – Video Codecs werden bei Bedarf nachinstalliert – Ordnerfreigaben funktioniern ohne großes Konfigurieren meinerseits.
Und hier ein kleine Übersicht der Distributionen, die ich getestet habe:
Arch: Ich hatte ArchLinux vor geraumer Zeit schon mal installiert. Die wenigen Pakete, die schlechte Hardware-Erkennung und erheblicher Konfigurationsaufwand trieben mich damals wieder zu Ubuntu. So tat ich es mir wieder an. Die nicht erreichbare englischsprachige Webpräsenz und die veraltete deutsche Doku, ließen Arch kaum bis zum XServer in VirtualBox kommen. Danach verließ mich das Interesse.
Sabayon: Als ehemaliger Gentooianer erregte Sabayon, ein Gentoo-Abkömmling, zunächst meine Aufmerksamkeit. Leider ist die Dokumentation sehr schlecht. Artikel sind zwar vorhanden, jedoch ohne klare Inhaltsübersicht. Als Paketmanagement wird natürlich Portage empfohlen, was allerdings bei Sabayon ohne zusätzliche Konfiguration unbrauchbar ist. Konflikte entstehen schon beim portage-Update, dass man zunächst machen sollte. Der eigentlich sinnvolle Paketmanager für die Binärpakete, auf die Sabayon ja setzt, namens equo wird nur peripher erwähnt.
Die Installation verläuft rasch, jedoch sollte man die DVD verwenden, wenn man Gnome oder andere Umgebungen verwenden will. Die minimal-ISO beinhaltet nur XFCE und evtl KDE. Wählt man die Gnome-Umgebung und entfernt alle Haken bei den zusätzlichen Paketgruppen, wie Video oder Bürosoftware, erhält man ein ziemlich chaotisches System: Einen KNetworkManager in Gnome braucht nun wirklich keiner. So fiel diese Distribution aus der Liste raus und ich installierte …
Fedora: Die erste Distribution, die ich länger laufen hatte. Leider fehlt auch hier eine gute Dokumentation, unterscheidet es sich doch teilweise sehr von den Debian-basierten Distributionen. Die freie Ausrichtung lässt das Abspielen von Mediendateien teilweise schwierig werden, denn das neue RPMFusion Repository funktionierte leider für amd64 noch nicht. Alte Decoder-Versionen verhalfen dann aber zum Erfolg. Der Knackpunkt war, dass die Ordnerfreigaben weder über die Samba-Konfiguration noch über Nautilus funktionieren wollten.
Ubuntu: Meine Ausflüge in das Distributions-Meer haben mir einiges klarer werden lassen: Ein Betriebssystem sollte mich nicht mit unnötigen Pakete zubomben, aber mir sie dennoch anbieten, wenn es merkt ich könnte sie gebrauchen (Stichwort: Video-Decoder, Netzwerkfreigaben, Treiber), d.h. ich erhalte nach der Installation ein einfaches System, das ich meinen Bedürfnissen anpassen kann, und das die täglichen Aufgaben zuverlässig erfüllt ohne großen Konfigurationsaufwand nach der Installation. Natürlich erwarte und will ich nicht, dass mir jede denkbare Funktion zur Verfügung steht. Sollte ich aber die Desktopeffekte aktivieren, und mir fehlt der entsprechende Treiber, darf mir das System ruhig diesen Treiber anbieten, fehlt mir ein Plugin zum Abspielen eines Videos, soll mir das System einen passenden Codec anbieten…usw.
Ubuntu ist meines Erachtens die einzigste Distribution, die am nähesten an diesem Ziel dran ist – auch wenn es einige Macken hat.
So hat sich Ubuntu wieder Mal als die für mich beste Distribution herausgestellt. Die nächste Distribution die ich nun zu testen habe, wird sich Jaunty Jackalope nennen – go get it!
Arne sagte
Schön, wieder was von dir zu hören
Kann die meisten deiner Argumente so unterschreiben, wobei man der Fairness halber sagen muss, dass das sehr starke AUR bei Arch das Paket-Defizit stopft.
triggeredupdates sagte
Danke für deinen Kommentar.
Das AUR war damals noch nicht wirklich ausgeprägt. Letztin meine ich zudem gelesen zu haben, dass man die Pakete dort meisst nur für x86 aber nicht für amd64 in Binärform bekommt.
Quatschkopp sagte
Ich bin damals mit Ubuntu 6.06 eingestiegen. Und die Evolution die Du durchschritten hast muss eine natürlich Evolution sein. Denn mir ging es ähnlich.
Upgrade auf Hardy « Triggeredupdates’s Weblog sagte
[...] von triggeredupdates am November 30, 2008 Meinen Blick durch ein paar wenige Distributionen musste ich noch erweitern: Leider haben sich die “paar [...]
Rehstreichler sagte
Habe seit 3 Tagen die neueste Ubuntu Distribution auf meinem Rechner am laufen und war eigentlich bis auf einzelne Live-Distributionen ein eingefleischter XP User. Jedoch muss ich sagen, das was ich mit Ubuntu in der kurzen Zeit erlebte, lässt mich umstimmen. Installation des kompletten OS in weniger als 2 Stunden, bei XP sitzt man generell mehr als 5 Stunden am Werk. Nachteil: bin absolut ein Frischling und Hilfe zu finden ist schwer (Beispiel Netzwerk-Konfigs, damit auch ein Windows Rechner oder ein anderer Linux Rechner gesehen werden kann). Leider gibts auch wenig Online Dokus. Kann mir vieleicht einer von Euch etwas Beistand leisten? Wäre echt cool. Meldet Euch bitte auf meine Mail.